Gegen die menschliche Eiszeit

willkommen in Armut

Manchmal habe ich das Gefühl, das bald überall die Ortsschilder geändert werden müssen. Man begegnet der Armut, meist ist es eine Versteckte, bald auf Schritt und Tritt. Da sind die hübsch erleuchteten Schaufenster mit den teuren Auslagen in den Innenstädten bald nur noch ein optischer Pflaster auf einem Beinbruch. Gerade die ältere Generation ist sehr häufig betroffen und kann dies in den seltensten Fällen durch Ersparnisse abfedern. Leider lässt uns die politische Entwicklung in dieser Beziehung auf keine Besserung hoffen. Es ist also Solidarität untereinander gefragt und gegenseitige Hilfe.

Wir haben wie immer zu Weihnachten unsere Spartöpfe geleert und etwas Geld zum Unterstützen zusammenbekommen. Erfreulich und wie ich find nachahmenswert ist in diesem Jahr, das ein Spar topf im Schwabenland uns unterstützt hat. Liebe Menschen aus Benningen haben etwas dafür getan und ein Schweinchen gefüttert. Dank der Unterstützens werten Idee von Gerlinde ist der Kreis der von uns unterstützten Personen etwas größer als sonst. Wir möchten uns bei allen Spendern bedanken, die etwas in die Spartöpfe der Oase gesteckt haben.

In diesem Jahr haben wir mit unseren betroffenen Bedürftigen oft angesprochen, dass es äußerst wichtig ist, immer einen gewissen Grundstock an den immer benötigten Lebensmitteln im Haus zu haben. Damit hier ein Anfang gemacht werden kann haben wir ein Paket zusammengestellt, das wir zu Weihnachten verteilen wollen.

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Das P-Konto und die Änderungen 2012

Man hat sich mit dieser Gesetzesänderung mal wieder etwas tolles ausgedacht, um Beziehern von Transferleistungen das Leben noch ein bisschen unangenehmer zu machen!

Für Sozialleistungen gilt noch bis Jahresende eine besondere Pfändungsschutz-Regelung. Nach § 55 SGB I sind – wenn kein Pfändungsschutzkonto besteht – Geldleistungen, z.B. ALG II, 14 Tage nach Überweisung unpfändbar. Nach Ablauf der 14 Tage besteht ein anteiliger Pfändungsschutz für die Zeit bis zum nächsten Zahlungstermin. Diese Regelung tritt zum 1. Januar 2012 außer Kraft

Für Bezieher von Leistungen bedeutet das:
– um den Pfändungsschutz sicherzustellen, Muss bis Jahresende ein P-Konto eingerichtet werden,
– die Leistungen müssen auf das P-Konto gehen,
– ohne P-Konto können die Leistungen ab dem 1. Januar 2012 im Rahmen einer Kontopfändung gepfändet werden.

Angesichts der Bearbeitungszeiten der Banken und der erforderlichen Bescheinigung sollten sich Bezieher von Transferleistungen, die eine Kontopfändung befürchten, schnellstmöglich um ein P-Konto kümmern.

ACHTUNG: Auch hier gilt es Preise zu vergleichen. Auch wenn die Kontoführungsinstitute gehalten sind die Konten möglichst kostenfrei zu halten, gibt es gewaltige Preisunterschiede. Von einigen kostenlosen wie z.Zt. noch die Postbank über knapp 10 Euro bei der Deutschen Bank bis zu fast 20 Euro bei einigen Instituten ist alles drin, denn die Kostenfreiheit ist kein Muss für die Banken.

Wer es genau wissen will, kann hier im Bundesgesetzblatt den genauen Text lesen:
 http://www.sfz.uni-mainz.de/Dateien/GesetzReformKontopfaendungBGBl.pdf

Hilflosigkeit? Wir arbeiten an der Änderung!

Oasewerker

Je größer die Wut und je offensichtlicher die Hilflosigkeit des Einzelnen zu Tage tritt, um so mehr ist zu beobachten, dass sich Interessengruppen untereinander kurz schließen. Auf diese Art kann man unabhängig von der sogenannten Systemrelevantem Presse Erfahrungen austauschen die nicht geschönt, verfälscht oder anderweitig verlogen sind. So direkter Austausch ist auch bitter nötig, da man vor lauter Meinungsmache der BLÖD-Zeitung und ähnlicher Drucksachen kaum noch an ehrliche Informationen kommt.

Obwohl ich kein glühender Verehrer des Herrn Zuckerberg bin, ist es doch seinem Internet-Konstrukt zu verdanken, dass auf diese Weise schon einige Kontakte zustande gekommen sind, die sich für die nahe Zukunft als sehr wertvoll erweisen könnten.

Ortsschild Wilhelmsburger-Oase 640x440 - Kopie

Gedanken über die Gewalt

Dies ist ein Kommentar von Lola Macht via Duckhome

Da dieses Thema gerade für mich persönlich eine Rolle spielt!
(Ich habe ein Verfahren am Hals aufgrund eines Blogeintrages, den ich im Frühjahr gepostet habe. Ich habe ein Niedriglohnangebot eines Arbeitgebers öffentlich angeprangert und am Ende behauptet, dass Gewalt wohl die Sprache ist, die diese Arschgeigen noch verstehen würden)

Ich sehe nicht, dass ich damit gedroht habe, selbst Gewalt anzuwenden, noch habe ich andere dazu aufgerufen Gewalt anzuwenden. Der Eintrag ist ein halbes Jahr her, es hat sich wieder viel geändert.
Ich darf doch nachdenken, oder? Ich sehe doch auch, was in der Welt los ist. Was in Deutschland los ist und ich hatte mal Geschichtsunterricht in der Schule wie wohl alle. Ich interessiere mich immer noch für Geschichte und man kann aus der Geschichte lernen, oder auch nicht.
Ist es nicht so, dass man beschlossen hat, aus der Geschichte nicht zu lernen? Was ist immer dann passiert, wenn einige Wenige sich bedienten bis zum Abwinken und der Rest schauen musste wo er bleibt? Wenn es Rechte nur für die Wenigen gibt und für den Rest nur Pflichten? Wenn dann auch die Gesetzgebung mitspielte und die Regierung jeden Bezug zum Großteil der Bevölkerung verliert und nur noch den Wenigen dient, die sowieso alles haben? Wenn dann die Proteste der Armen nicht gehört wurden…… endete das in Gewalt.
Das war so in Frankreich (Paradebeispiel), dass war auch so in Deutschland 33. Es gibt noch viele weitere Beispiele.
Und wo stehen wir jetzt?
Schon seit Jahren werden die Reichen immer reicher und die, die wenig haben müssen immer mehr zahlen. Die Arbeitsmarktlage gibt keine Jobs mehr her, von denen man wirklich leben kann, die Tendenz geht dahin, dass man trotz Vollzeitjob noch H4 beantragen muss, oder sich einen Zweitjob und Dritt Job nimmt. Natürlich zeigen das die Statistiken nicht, denn wenn einer 10.000.000 Euro im Jahr hat und 999 nur 10.000 macht das im Durchschnitt ein halbwegs gutes Einkommen für jedermann. Statistiken sagen überhaupt nichts mehr aus!
Aber wie sieht es denn für jeden persönlich aus? Ich kenne keine Menschen, die heute mehr Geld haben, als noch vor 5 oder 10 Jahren. Alle haben weniger, alle müssen irgendwo Abstriche machen.
Es ist noch genug um leben zu können, es ist noch zu viel um sich zu wehren und auf die Straße zu gehen. Die Ungerechtigkeit sieht jeder. Da wird soviel Geld in die Banken gedrückt, und so lange ist das noch nicht her. Hat sich was geändert? Nein, demnächst werden diese Banken wieder Geld bekommen und es wird sich wieder nichts ändern. Oder es wird sich insoweit was ändern, weil dann wieder viele noch mehr Steuern zahlen müssen, den Gurt noch was enger schnallen müssen um diese Banken zu retten. Wobei die meisten wohl darauf warten, dass der kurzzeitige Aufschwung der letzten Monate auch bei ihnen ankommt! Denn es sind die Steuerzahler, die die Zeche für die Misswirtschaft zu zahlen haben. Die Politik ist gefangen im Lobbyismus des Großkapitals und hat ja jeden Bezug zur Bevölkerung verloren.
Dann sehe ich in diesen Tagen eine Reportage im TV. Ein Mitarbeiter des Senders hatte sich unter die Menschen gemischt, die bei „Occupy Frankfurt“ mitmachen. Er war dort, er hat mit ihnen gegessen, er hat mitbekommen, von wem sie verpflegt werden und was ihre Beweggründe sind. Er hat sogar im Zelt geschlafen und ist nach einer kurzen kalten Nacht vor die Banken gegangen und hat die Beschäftigten dort versucht zu fragen, was sie von dieser Aktion „Occupy Frankfurt“ halten.
Keiner, aber auch wirklich keiner, hat irgendein Wort mit ihm gesprochen!
Ich war echt entsetzt. Das sind die Banker, die keine Skrupel haben auf Lebensmittelknappheit zu „wetten“ um so Gewinn zu machen und damit billigend auch den Tod vieler Tausend Menschen in Kauf nehmen. Spekulationen mit dem Tod! Um den eigenen Gewinn und die eigene Provision noch ein wenig zu erhöhen. Wie abgebrüht muss man sein, wenn man so was macht? Wie arrogant und abgehoben muss man sein, dann auf Fernsehkameras (es war kein Privatsender) mit absoluter Ignoranz zu reagieren? Diese Typen haben bis heute nicht verstanden, dass es so nicht weitergehen kann!
Was ist Gewalt? Ist es Gewalt, wenn ich schreibe, dass ich glaube, dass manche nur noch Gewalt verstehen würden, oder ist es Gewalt, wenn andere auf den Tod von vielen Menschen „wetten“, um für sich persönlich einen Gewinn zu machen?
Hat mal die Justiz darüber nachgedacht, diese Menschen anzuklagen?
Und ja, ich schreibe es jetzt nochmal, ich glaube, dass viele dieser Großverdiener nur noch die Sprache der Gewalt verstehen würden. In welcher Form auch immer! Sei es der Baseballschläger oder eine 2 Monatsdiät mit nur Reis und Wasser alle 3 Tage. Das eigene Gewissen sagt denen heute nicht mehr, dass es falsch ist. Gibt es in diesen Köpfen noch ein Gewissen? Den körperlichen Schmerz zu spüren, könnte in diesen Köpfen vielleicht noch was ändern, denn bisher war nur Arroganz die Antwort auf alle Proteste. Man fühlt sich sicher in diesem Staat, klar, die Regierung wird großzügig in allen Belangen finanziell unterstützt und hat damit Verpflichtungen und die Justiz versucht lieber die kleinen Proteste zu unterbinden. Man hat den Staat gekauft und dann ist der auch dafür verantwortlich die eigenen Interessen zu beschützen und das mit der Judikative, Legislative und Exekutive
Das kann keine friedliche Lösung mehr geben. Es wird vielleicht noch etwas dauern, denn die Deutschen sind schon extrem lethargisch, es braucht viel, sie auf die Straße zu bekommen. Aber wenn man so weitermacht, wird es irgendwann den großen Knall geben. Nicht nur friedliche Proteste auf der Straße, sondern ein Sturm auf die Bastille
Ich rufe nicht dazu auf, denn öffentlich zur Gewalt aufrufen, darf man nicht. Man darf aber wohl mit Spekulationen auf Lebensmittel den Tod von vielen Menschen in Kauf nehmen bzw. sogar noch fördern.
Das ist so pervers! Das ist das Land in dem wir alle leben!