Happy Birthday

Unser Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender Heinz wird heute 75.

Wir wünschen ihm alles Gute und möge es mit der Gesundheit in Zukunft etwas besser gehen.

Heinz im Rolli - Kopie

Prost Heinzi ♥

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Eingegliedert?

Über 4 Millionen Menschen leben von Hartz IV. Viele von diesen Empfängern lassen sich von der ARGE mit ihren Fallmanagern terrorisieren und in den Wahnsinn treiben. ALG-2 Empfänger werden belästigt, bedroht und zum Verzweifeln gebracht. Die Medien betreiben sogar Hetze gegen die ALG-2 Empfänger, besonders eine „Zeitung“ mit vier Buchstaben. Die wenigsten der ALG-2 Empfänger wissen, dass man sich dagegen wehren kann. Denn das gesamte Hartz IV Gesetz ist illegal und verstößt gegen unsere Grundrechte.
Wussten Sie, dass Maßnahmen und 1-Euro-Jobs als Zwangsarbeit gelten? Wussten Sie, dass Zwangsarbeit strafbar ist?

Viele ALG-2 Empfänger unterschreiben eine EGV (Eingliederungsvereinbarung), in dem Glauben, dann ihre Ruhe zu haben. Ein Irrtum! Haben Sie erst einmal eine EGV unterschrieben, sind sie dem Terror der ARGE schutzlos ausgeliefert. Daher sollten Sie niemals eine EGV unterschreiben, auch wenn man Ihnen mit Kürzungen oder Sanktionen droht. Sie können nämlich erst bestraft werden, wenn sie eine EGV unterschreiben. Mit Ihrer Unterschrift einer EGV geben Sie der ARGE Ihr Einverständnis bestraft zu werden!

Dies bedeutet:

Keine EGV = keine Sanktionen, keine Maßnahmen

Wenn Sie eine EGV nicht unterschreiben, wird Ihr Fallmanager höchstwahrscheinlich eine EGV per Verwaltungsakt erlassen. Diesem können Sie jedoch gelassen entgegen sehen, denn

1) das SGB sieht keine Sanktionen bei einer EGV per Verwaltungsakt vor

2) ist eine per Verwaltungsakt erlassene EGV nichtig (Vertragsfreiheit).

Legen Sie dagegen Widerspruch ein, selbst wenn er abgelehnt wird, brauchen Sie die nächsten Eingliederungsvereinbarungen nicht unterschreiben und somit keine Maßnahmen antreten.

Bedenken Sie: Wenn es Gesetz wäre, müssten Sie es nicht unterschreiben.
Ich weiß. das es sich leichter sagt als ausführt, aber immerhin kostet der Klageweg nur Zeit und Nerven und kein Geld, welches Sie eh nicht haben.
Viel Erfolg!

Luise findet unser Arbeitssystem bekloppt

Jeden Tag schüttle ich den Kopf über soviel unsinnige und ungerechte Verteilung von Erwerbsarbeit und Lohn. Die Deutschen scheinen inzwischen vollkommen bekloppt zu sein. Vielleicht kommt mein HWS-Syndrom ja von diesem Kopfschütteln.

Ich fasse es nicht, wie viele Leute im arbeitsfähigen Alter (und bei guter Gesundheit) ich kenne, die hauptsächlich herumlungern. Leute, die nichts tun. Oder sich nur ganz nebenbei mit beruflichen Dingen beschäftigen. Wovon leben die, frage ich mich. Sicher, es sind die Erben darunter. Auch die geborenen Nichtstuer, die es immer gab. Der eine oder andere mag sich für den begnadeten Künstler halten. Die oder der eine lässt sich aushalten, bitte, wem´s gefällt, sollen sie doch. Es gibt ja auch die entsprechenden Leute, die sich das leisten können. Geschäft ist Geschäft. Frei nach unserer digitalen Boheme, darf man wohl sagen, wir nennen es Prostitution.
Aber machen die alle schon die große Menge aus? Die allermeisten werden sich wohl in irgendwelchen prekären Arbeitsverhältnissen durchwursteln. Ohne Plan und Perspektive.
Dazu kommen dann die vielen, die aus regulären Arbeitsverhältnissen herausgeschmissen werden. Weil sie zu alt geworden sind oder ihre Firma pleite ging, oder aus anderen „arbeitstechnischen“ Gründen. Die lange versuchen, eine Abschlussarbeit zu finden bis sie schließlich verzweifeln und sich irgendwann in der Hartz4-Community wiederfinden, mit Kind und Kegel. (Und ohne Herdprämie, soviel Demütigung soll schon sein!)
Und diejenigen, die noch arbeiten? Gehören entweder zu einer Arbeitswelt, die noch von großen Gewerkschaften wie der IG Metall „betreut“ werden, die haben dann eine 36-Stunden Woche, Streikrechte und wahrscheinlich einen halbwegs anständigen Lohn. Oder sie sind im öffentlichen Dienst oder gleich Beamte. Hier herrschen immerhin noch geregelte Verhältnisse. Und der Rest schaut blöd aus der Wäsche.
Deutschland ist Niedriglohnland. Man gibt Deutschland stellenweise sogar schon Schuld an der Eurokrise deswegen. Hä?!! Deutschland, Niedriglohnland? Billiglohnland?
Und wo ist der Aufschrei? Wo ist die Solidarität der arbeitenden Bevölkerung? Arbeiterbewegung? Sozialdemokratie? Linke? Straßenkampf?
Verdammt viele Probleme könnten wir locker lösen, wenn wir eine allgemeine Arbeitszeitreduzierung hätten, sagen wir auf 25-30 Stunden. Wir hätten Zeit um Kinder großzuziehen (anstatt uns die lächerliche Herdprämie geben zu lassen) und wir hätten Zeit um uns künstlerisch zu betätigen (anstatt dass uns einzelne auf die Nerven gehen, die ihr Leben als verkannte Künstler verbringen möchten). Ich bestehe nämlich darauf, dass wir – frei nach Joseph Beuys – alle Künstler sind! Selbstverständlich darf jeder nach getaner Arbeit auch einfach nichts tun. Sehr gerne. Das Spektrum ist groß: von der Oma aufpassen bis hin zum urbanen Gärtnern, vom Zweitstudium bis zum Tanzkurs.
Zwei großen Gruppen würde dies eine entscheidende Entlastung bringen, und damit übrigens auch den großen Gemeinschaften der Solidarsysteme: arbeitende Menschen würden nicht mehr so früh krank und kaputt werden, und Arbeitssuchende hätten wieder die Chance auf einen festen Arbeitsplatz und ein Einkommen.
Aber nirgends ein Schritt in diese Richtung. Im Gegenteil. Die Deregulierung der Lebensverhältnisse in Deutschland nimmt ein Ausmaß an, dass ich es allmählich für bedrohlich halte. Angstgestörte, Depressive, Kranke und Ausgelaugte, wo man hinsieht. Kein Wunder, dass sich alle möglichen Leute aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland nach Deutschland aufmachen, um hier Immobilien, Maschinen, Firmen und Know How zu kaufen. Wer sollte sie aufhalten. Wir Niedriglöhner? Wovon denn?!! Zum Schluss verkaufen wir ihnen noch unsere alte Großmutter.
Aber Hauptsache, die Wirtschaft boomt. Mit diesem Spruch werden wir alle eines Tages wie die Lemminge über die Klippe springen. Wie die Bekloppten.

geschrieben von Luise und zu finden auf Duckhome.

Patty´s Kochschule

Heute werde ich einfach nur ein paar Bilder zeigen.
Möge Eure Phantasie selbst etwas daraus machen.
Ich sage nichts davon, dass mit kaltem Wasser gestartet wird, dass die Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge beigefügt werden müssen und auch nichts von Kochzeiten.
Da ich heute zwangsweise die Küchenhilfe geben musste, werde ich mich darauf beschränken ein paar Bilder zu zeigen und es Patty später überlassen Euch mit dem Rezept zu beglücken.

 

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Nur eins dazu: Es war sehr lecker Smiley Smiley Smiley und gibt 3 Smilies.

Der Lenz ist da

Jetzt wo der Frühling ausgebrochen ist und Klärchen sich öfter am Himmel zeigt kommen einem tatsächlich solche Gedanken und man möchte es nachtun und im Wald einen Baum umarmen. Smiley

 

Ausbildungszeit ist bekanntlich in erster Linie Stil-Krieg. Das kenne ich schon aus meiner Gymnasialzeit im Hamburger Speckgürtel, wo ich das ganze Hip-Hop-Zeug und das Edel-Getue der Kinder aus richtig gutem Hause mit bunten Haaren und Piercings im Gesicht konterte. Schwierigkeiten gab es allerdings kaum; wir sind stets sehr gut miteinander ausgekommen.

Jetzt studiere ich im 2. Semester Soziale Arbeit an einer evangelischen Hochschule in Hamburg. Sozialarbeiter/ Sozialpädagogen erkennt man schon von weitem, besonders wenn sie noch studieren. Insider identifizieren schnell die verschiedenen Untergruppen. Es gibt die „Gottesanbeter“, die über den Tag verteilt ständig gemeinsame Bibelarbeit praktizieren. Natürlich darf in Hamburg die St. Pauli-Fraktion eben so wenig fehlen, wie die „drum and bass“-Liebhaber und die Berufsdemonstranten. Auch der Rest ist natürlich irgendwie alternativ. Doch plötzlich tauchen wie Zombies aus den Geschichtsbüchern, wie Angehörige einer längst ausgestorbenen Spezies auf: Die Hippies.
Dies ist für mich völlig neues Terrain. Also erst Mal zuhören. Natürlich ist man im vergangenen Urlaub irgendwo durchgetrampt und hat durchgehend unter freiem Himmel geschlafen. Da kam man dann „der Natur näher“ weil man regelmäßig Bäume umarmte, falls diese einverstanden waren. Highlights sind beispielsweise „Rainbow-Spirit-Festivals“: Gemeinsames Singen am Lagerfeuer, Energieübungen, Wutkreise, gemeinsame Toilettengänge und überhaupt alles ganz „Peace and Love“.
O.K., das war nur Oral History, aber der Geburtstag einer Kommilitonin war der Live-Act. Als Starter der faulige Geruch von Patschuli-“Parfüm“, dazu der original 68er Woodstock-Sound aus den Plattenschränken der Eltern. Janis Joplin, wow! Man saß auf dem Boden auf Kissen, und natürlich durfte eine Gitarre, auf der reihum mehr oder weniger gut gespielt wird, nicht fehlen. Man raucht und verspeist vorzugsweise vegetarische oder vegane Lebensmittel. Letzteres aber nur, wenn man zu den Erlauchten gehört. Mein Kostversuch beim veganen Kuchen erntete Missbilligung; der sei schließlich für die da, die nichts anderes zu sich nehmen dürfen. Das nächste Mal werde ich die veganen Studienkollegen darauf hinweisen, dass die meisten Weine, die sie sich reinschütten, mit Gelatine geklärt wurden.. Das bringt auch den härtesten Veganer ins Schleudern.
Alles jedenfalls Hippie-Feeling pur und ich blieb die „Normale“. Was solls: Es wurde gestrickt, gehäkelt, Dreadlocks bearbeitet, über Politik, Ernährung, die nächsten Festivals und über das bereits viel zu lang andauerndem Studiums geredet.
Apropos Häkeln. Das geht weit über Klamotten hinaus. Auch nützliche Produkte werden in diesen Kreisen hergestellt, wie z.B. ein praktischer Feuerzeug-Halter, den man mit einem bunten Band um den Hals tragen kann oder auch eine Tasche, in der man ein biologisches Erfrischungsgetränk aufbewahrt, um es zusätzlich an den Stoffbeutel zu hängen. Denn Hosentaschen gibt es nicht in den „Hippie-Hosen“, deren Schritt sich auf Kniehöhe befindet. Erinnert dann doch ein bisschen an die „Hip-Hopper-Hosen“ die ja bekanntlich auch eher unter dem Hintern sitzen. Doch die „Hippie-Hosen“ sind in so verrückten Farben gebatikt, dass sie dann doch Unikate sind. Zumal sie aussehen, als ob sie aus der alten Kleiderkiste der Eltern geklaut sind.
Aber tröstlicher weise sind die neuen Hippies doch ein bisschen im Hier und Jetzt angekommen. Viele engagieren sich im Urban Gardening, also der tendenziellen Selbstversorgung mit Gemüse und Obst in der Stadt. Gute Sache, denn so findet man zueinander!

Auch die Nichte von Luise hat etwas zu sagen. Sie schreibt für ihre Tante auf Duckhome.

 

Patty gärtnert auch wieder

– diesmal auch von Anfang an.

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Patty mit ihrem neuen Gewächshaus

 

 

Auch Luise von Duckhome hat ihre Meinung dazu:

Es gärtnert in der Stadt

Gestern habe ich es geschafft, mir bei der Balkon-Garten-Arbeit einen ganz kleinen Hexenschuss einzuhandeln. Naja, wird schon wieder weggehen. Die alte Erde musste aus den Kästen raus, neue rein, und ich musste gründlich putzen und pflegen. Noch ein paar Frühlingsblüher pflanzen – und schon kann ich wieder anfangen, auf meinem Balkon zu wohnen, was ich dann den ganzen Sommer über tun werde. Ich Glückliche.

Ist aber heute alles gar nicht so unkompliziert. Denn das Gärtnern ist wieder ganz stark in Mode gekommen. Heute freut man sich nicht einfach an seinem Balkon oder an seinem Schrebergarten. Nee, nee – so läuft das nicht. Heute macht man Urban Gardening zum Beispiel. Das müsste dann ich sein, denke ich mir. Gärtnern in der Stadt.
Aber mal ganz langsam. Schon mal was von Community Gardens gehört? Oder vom Guerilla Gardening? Von wegen Schrebergarten …
Ich war genau genommen schon alles. Aber von Anfang an. Gleich nach der Wende haben wir damals eine kleine Datsche im Berliner Speckgürtel gepachtet. Das war ein Flop. Hauptsächlich deswegen, weil wir Westler uns wie Falschgeld fühlten da draußen unter all den Ossis. Das war, bevor die Berliner in Scharen „aufs Land“ zogen. Man könnte auch sagen: das Berliner Umland okkupierten. Unser Unternehmen Datsche wurde bald beendet.
Dann kam eine Hofbegrünung. Wir bepflanzten zu viert unseren Hof, stellten ein paar Sitzmöbel auf, bauten einen Sandkasten für die Kinder und los gings. Mit Gummiplanschbad und Grill wurde das Ensemble nach Bedarf erweitert, so dass der Ort schließlich ein sehr geselliger Begegnungsort für Groß und Klein wurde. Das endete als unser Haus verkauft wurde und horrende Mieterhöhungen unsere Gemeinschaft auseinandertrieb, sprich zum Umziehen zwang. Heute stehen in diesem Hof wieder die Mülleimer und wahrscheinlich die teuren Fahrräder der neuen Mieter, die sich die teuren Mieten leisten können.
Meine Pflanzen habe ich natürlich alle mitgenommen und verteilt. Die Lilien wachsen heute im Hof des alten Schülerladens, mein Tränendes Herz ist unten im Hof meines jetzigen Wohnhauses, einige andere versetzte ich in den Garten meiner Mutter und den Rest verschenkte ich im Freundeskreis. So habe ich mein begärtnertes Terrain ausgeweitet.
Mein schwierigstes „Feld“ ist die Baumscheibe die ich pflege. Vor zwölf Jahren habe ich sie erst mal entrümpelt und vom Dreck befreit. Dann haben ein paar Nachbarn und ich einen kleinen Zaun gebaut. So sah er auch aus – ein wenig krumm und schief, naja. Inzwischen wachsen hier meine Rosen, im Frühjahr die wilden Veilchen, Grünpflanzen aller Art und seit voriges Jahr stattliche Stockrosen, die eine Nachbarin gesetzt hat. Täglich, ich wiederhole täglich!, kämpfe ich gegen Hundekacke, Vandalismus, Müll und seit einiger Zeit gegen den nächtlichen Partydreck, in Form von Pizzaschachteln, Dosen, sonstigen Unrat und Zigarettenkippen. Letztere sind seit dem Rauchverbot in den Kneipen eine wahre Plage geworden. Ich fühle mich als Heldin, ihr könnt es mir glauben.
Und wo reihe ich mich nun ein in der Riege der neuen GärtnerInnen? Wenn es sein muß, dann wohl am ehesten in die Reihe der Pioniere des städtischen Pflanzens. So gesehen hat unsereins ein tolle Bewegung angeschoben. Natürlich bin ich ein klein wenig sauer darauf, dass unsere NachfolgerInnen mit ihren plakativen Namen wie „Urban Gardening“ und „Community Garden“ jetzt überall groß rauskommen, während wir damals noch eher wie Komiker angesehen wurden. Da sind die unerschrockenen Pflanzer, die sich draußen vor den Toren irgendwo eine Scholle gepachtet haben, um eigenes Gemüse anzubauen schon wieder bewundernswert für ihren einsamen Durchhaltewillen.
Aber gleichzeitig besuche ich gerne all diese Orte und schaue, wie es wächst – oder auch mal nicht! Unsereins hat natürlich im Laufe der Jahre die Höhen und Tiefen des Gärtnerns längst durchschritten. Die nassen Jahre erlebt, die trockenen, die Missernten, die Schädlinge von den Nützlingen unterscheiden gelernt, die Tomaten die nicht schmeckten weil man schlicht eine blöde Sorte erwischt hatte. Auch die „Schäden“, die entstanden während man in Urlaub war. Oh je oh je. Und von der ungewohnten Arbeit die Hornhaut an den Händen, hie und da eine fette Blase, oder mal einen kleinen Bandscheibenvorfall zur Abwechslung – durch all diese Erfahrungen müssen die Neugärtner jetzt tapfer hindurch. Ganz wie im richtigen Leben.
Am schönsten finde ich die Community Gärten, also Gemeinschaftsgärten, wie die Prinzessinnengärten hier in Kreuzberg. Hier vereint sich einiges, was ich angenehm und sinnvoll finde: 1. die Lust auf Gärtnern, und zwar 2. mitten in der Stadt, so dass ich keinen nennenswerten Anfahrtsweg habe und das ganze 3. in Gemeinschaft, nicht wie im Einfamilienhaus, wo ich alleine in meinem Garten sitze, was mir auf Dauer einfach zu stupide wäre.
Aber – alle sollen auf ihre facon glücklich werden. Kartoffeln, Radieschen und Hornveilchen sei Dank

Pflegereform nennt man das also

Da hat Luise auf “Duckhome” mal wieder mit Volkes Wort gesprochen:

Im Zusammenhang mit den Milliardenüberschüssen der gesetzlichen Krankenversicherung wird man ganz nebenbei mal wieder ein bisschen über eine neue „Reform“ informiert.

„Ein kleines Zugeständnis an die FDP soll es allerdings trotzdem geben. So soll Gesundheitsminister Bahr mehrere hundert Millionen Euro für seine Pflegereform bekommen. Damit soll der Abschluss privater Pflegezusatzversicherungen durch direkte Zulagen gefördert werden.“ (Spiegel.online)
Das meinte ich kürzlich, als ich erwähnte, dass der Markt mit sogenannten „Finanzprodukten“ überschwemmt wird, die entweder direkt ältere Menschen als Kunden fokussieren oder auf Leistungen, die im Alter erbracht werden. Private Pflegeversicherungen punkten in beiden Aspekten. Als Einmalbeitragszahlung kommen nämlich auch ältere Absch(l)uß-Kandidat_innen in Betracht. Natürlich nur wenn sie Geld haben. Ansonsten braucht man ja eher jüngere Kund_innen, die kleinere monatliche Beiträge zahlen bei langen Laufzeiten.
Gesundheitsminister Bahr von der FDP denkt dabei auch an die Geringverdiener, wie es heißt:
„Schäuble wollte bisher nur Steuervorteile gewähren, weil das für den Bund billiger ist. Davon hätten aber nur Gutverdiener profitiert. Bahr will jedoch mit den Zulagen vor allem Geringverdiener von einer privaten Vorsorge für den Pflegefall überzeugen.“ (auch Spiegel.online)
Na dann haben wir also auch die Armen im Boot. Sie können mit Riester für das gesunde Alter vorsorgen und mit der Pflegeversicherung für das kranke Alter. Theoretisch. Fragt sich nur, wovon sie die beiden Versicherungen – praktisch – zahlen sollen. Und selbst wenn sie die Mindestbeiträge aufbringen, bleibt die Frage, was sie mit den Leistungen, die sie dadurch ansparen, später anfangen sollen: zum Leben reicht’s jedenfalls nicht.
Was für eine verlogene Kacke.
Was für eine verlogene Politikerbande.
Noch mal kurz zur Sachlichkeit zurück. Die Pflegeversicherung ist natürlich genauso wie jede andere private Versicherung knallhart kalkuliert. Wer viel zahlt, kriegt später viel raus. Das ist wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung: wer eine hohe Leistung abschließt, der zahlt viel Beitrag. Am liebsten haben die Versicherer übrigens viele Beitragszahler, die eher kleinere Rentenzahlungen vereinbaren. Wer nur 500 Euro BU-Rente abgeschlossen hat, kann davon nicht leben und wird im Zweifelsfall also weiterarbeiten bis zum Umfallen. So hat die Versicherung die brav bezahlten Prämien einkassiert um später nicht blechen zu müssen.
Die Pflegebedürftigkeit ist ein ähnlicher Fall wie die Berufsunfähigkeit. Bloß dass der oder die Pflegebedürftige in der Regel noch hilfloser ausgeliefert ist. Dieser Situation setzt die „Pflegereform“ durch Private Zusatzversicherungen noch eins drauf: wer Geld hat und vorsorgen konnte, darf mit einer guten Pflegeleistung rechnen. Wer kein Geld hat und nicht vorsorgen konnte, wird auf niedrigstem Niveau dahinvegetieren müssen. Einen Spielraum gibt es nicht mehr. (Noch ein wenig dazuverdienen, wieder gesund werden und ähnliches.) Machen wir uns nichts vor.
Und selbst wenn Menschen Anrecht auf Leistungen aus den (Privaten) Pflegeversicherungen haben werden: wer kontrolliert, ob ihnen diese Leistungen wirklich zugute kommen oder ob sie nicht vielmehr größtenteils von den (Privaten) Pflegedienstleistern geschluckt werden. Soviel noch zu Thema Ausgeliefertsein.
Die Pflege alter Menschen bedarf a) Menschen, die sich damit befassen und bereit sind, sich dieser Arbeit zu widmen. Das ist auch eine Frage der Kultur, und zwar umso dringlicher je mehr wir dem Prozess der Entsolidarisierung tatenlos zusehen. Und sie bedarf b) Geld. Pflege kostet Geld, und es ist selbstverständlich richtig, dass wir Mittel und Wege suchen, um dieses bereitzustellen. Aber nicht für die privilegierte Hälfte, sondern für alle. Unter staatlichem Schutz!
Wir werden alle am Ende unseres Lebens in dieser Situation sein: wir werden alle auf Fürsorge durch andere Menschen angewiesen sein.
Und was will die FDP? Und wozu gibt Schäuble seine Zustimmung? Zu neuer Geschäftsmacherei für die Versicherer („Finanzoptimierer“) einerseits und die Pflegedienstleister (die „Finanzverwerter“ quasi) andererseits.
Sie haben aus Deutschland ein scheiß Land gemacht. Schämt euch.
Nee, da hilft uns auch keine Stiftung Warentest mit ihrem Finanz-TÜV. Sowas verfolgt nur systemimmanente Optimierungszwecke. (Der „Finanzoptimierer“ Maschmeyer, lässt mich gar nicht mehr los … ) Besser, die Leute greifen zu alten Schuhen und neuerdings zu Vuvuzelas. So kriegt die ganze Chose wieder ein Stück Wahrhaftigkeit zugeführt. Die Wahrhaftigkeit der Wutbürger nämlich.